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17.02.2012

Equal Pay

Eigenständige Verhandlungen für Zeitarbeitsbranche gefordert

17.02.2012

"Gerechtigkeit, Geld und Zeitarbeit" - FAZ-Bericht zu möglichen Lohnmodellen

In ihrer Ausgabe vom 17. Februar veröffentlichte die FAZ einen Artikel zum Thema Equal Pay - iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz pocht darin auf die eigenständigen Verhandlungen der Zeitarbeitsbranche mit den Gewerkschaften auf dem Hintergrund der Tarifautonomie.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz pocht auf die Tarifautonomie.

Arbeitgeber und Gewerkschaften suchen nach einem Modell, das die gleiche Bezahlung von Stamm- und Zeitarbeitern regelt. Obwohl die Definition noch unklar ist, wird das Prinzip vielerorts schon angewendet. Aufwand und Kosten werden steigen - und die Löhne.

(Von Sven Astheimer) Dass die Produktion von Metzgerei- Utensilien ein Saisongeschäft ist, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Doch die meisten Fleischwölfe und Bandsägen stellt der schwäbische Maschinenbauer Kolbe für die Fleischabteilungen neuer Supermärkte her, wie Geschäftsführer Karsten Hackemesser sagt. Weil der Baubeginn von Einkaufszentren zumeist im Frühjahr liege, falle die Eröffnung auf den Spätherbst. Deshalb läuft die Produktion von Kolbe in Elchingen bei Ulm in den Monaten dazwischen auf Hochtouren. Dann wird die Stammbelegschaft von 40 Leuten um gut ein Viertel erweitert - durch Zeitarbeiter.

Produktionsspitzen

„Es geht nicht darum, Geld zu sparen“, sagt Hackemesser zum Einsatz des geliehenen Personals. Er brauche für die Produktionsspitzen gute Metallfacharbeiter. Deshalb zahle er den Zeitarbeitern vom ersten Einsatztag an freiwillig denselben Stundenlohn von 15 Euro wie den Stammkräften. Das sind 3 bis 4 Euro mehr, als er nach dem Zeitarbeitstarifvertrag eigentlich müsste. „Ich will zufriedene Mitarbeiter“, sagt Hackemesser, zumal er häufig Leiharbeiter übernehme. Gut ein Dutzend Mitarbeiter seiner heutigen Stammbelegschaft habe er so rekrutiert. „Wir mussten noch nie eine Anzeige schalten.“

Gleichbehandlung

Würden alle Unternehmer Zeitarbeit so einsetzen wie Hackemesser, wäre die Diskussion um die Gleichbezahlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaften nie entstanden. Eigentlich regelt ja schon das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, dass Zeitarbeiter nicht nur wie Stammkräfte bezahlt, sondern auch behandelt werden müssen. Allerdings ermöglicht die „Tarifklausel“, dass Tarifverträge abweichende Regelungen beinhalten können. Davon haben die Zeitarbeitsunternehmen reichlich Gebrauch gemacht: Mehr als 90 Prozent Tarifbindung kann wohl kein anderer Wirtschaftsbereich aufweisen. Die Einstiegstariflöhne für ungelernte Kräfte liegen in der Zeitarbeit mit 7,89 Euro im Westen und 7,01 Euro im Osten unter denen der Industriegewerkschaften.

Verhandlungen

Die Tarifklausel steht nun im Mittelpunkt, wenn am 22. Februar die Verhandlungen zwischen den Mitgliedern des Deutschen Gewerkschaftsbundes und den Zeitarbeitgeberverbänden BAP und IGZ über ein allgemeines Gleichbezahlungsmodell für die aktuell rund 900 000 Zeitarbeiter beginnen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Tarifparteien schon eine Frist bis April gesetzt: Zeichnet sich bis dahin keine Lösung ab, will sie es auf dem Gesetzesweg regeln. Die Zeitarbeitgeber wollen dies auf jeden Fall verhindern. „Wir sind eine eigenständige Branche und wollen das auch bleiben“, sagt IGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz. Nach jahrelangem Widerstand zeigt sich die Branche jedoch kompromissbereit. „Bei der tariflichen Entlohnung gibt es eine offene Gerechtigkeitslücke im Bewusstsein der Menschen“, räumt Stolz ein.

Sondierungsgespräche

Vorfälle wie die des mittlerweile insolventen Drogeriekonzerns Schlecker, der Mitarbeiter entlassen und in einer hauseigenen Zeitarbeitsfirma wiedereinstellen wollte, um so den Einzelhandelstarifvertrag zu unterlaufen, hatten von der Leyen schon einmal zum Eingreifen veranlasst, als sie per Gesetz den Drehtüreffekt verbieten ließ. Der Streit über Auslagerungen in konzerneigene Zeitarbeitsgesellschaften geht jedoch weiter, wie ein aktuelles Gerichtsurteil zeigt, das der Lufthansa erlaubt, Flugbegleiterinnen auf Leihbasis einzustellen. Die Sondierungsgespräche deuten darauf hin, dass ein simples Streichen der Tarifklausel wohl niemand favorisiert. Zu groß scheint auch unter den Kritikern die Sorge, damit den Beschäftigungsmotor Zeitarbeit abzuwürgen.

Gleiche Bezahlung?

Doch bevor sich die Tarifparteien auf ein Modell einigen können, müssen sie eine gemeinsame Antwort auf die Frage finden: Was heißt eigentlich gleiche Bezahlung? „Die Diskussion krankt daran, dass der Begriff nicht eindeutig vom Gesetzgeber definiert ist“, sagt IGZ-Vertreter Stolz. Ist nur der Stundenlohn ausschlaggebend? Oder geht es auch um Prämien, die gerade in der Industrie einen gehörigen Unterschied machen? Und was ist mit Zuschüssen für eine betriebliche Altersvorsorge? Richtig kompliziert wird die Sache, wenn es an die Gleichbehandlung geht: Wie setzt man den Anspruch auf einen Kindergartenplatz des Stammarbeiters für den Zeitarbeitskollegen um?

Häufige Praxis

Dabei ist zumindest Gleichbezahlung kein neues Thema für die Branche, sondern häufig schon gängige Praxis. Die Autohersteller BMW oder Audi etwa haben den Einsatz von Zeitarbeitern längst in Haustarifen geregelt. Allerdings wurde die Gleichbezahlung häufig nicht offensiv kommuniziert, um die eigenen Branchentarifverträge nicht zu schwächen. Und jedes Unternehmen handelt bislang mit der Verleihfirma seine eigene sogenannte Equal-Pay-Vorstellung aus. Der Flugzeughersteller Airbus ist für sein besonders komplexes Modell bekannt. Die Vielzahl von Tätigkeiten und Tarifverträgen im Konzern ist so groß, dass Personaldienstleister die Abrechnung für ihre Zeitarbeiter schon von Airbus erledigen lassen.

Einfaches Modell

„Wir brauchen ein Modell, das einfach und transparent ist“, fordert Dieter Traub deshalb mit Blick auf die Verhandlungen. Als Geschäftsführer von Orizon, mit rund 250 Millionen Euro Jahresumsatz einem der größten inländischen Anbieter am deutschen Zeitarbeitsmarkt, hat er schon einige Erfahrung mit dem Thema gesammelt. Entweder kam wie im Fall des Fleischwolfherstellers Kolbe der Wunsch dazu direkt vom Kunden. In anderen Fällen trug der Wettbewerb um fähige Mitarbeiter zur Einsicht bei. „Ohne konkurrenzfähige Löhne ist in einigen Regionen einfach niemand mehr zu bekommen“, sagt Traub.

Unterste Qualifikationsgruppen

Bei der derzeit guten Lage am Arbeitsmarkt spiele der Tariflohn der Zeitarbeit ohnehin nur in den untersten Qualifikationsgruppen eine Rolle - wenn überhaupt. In weiten Teilen Baden-Württembergs bekomme man für 7,89 Euro keine ungelernten Helfer mehr. „Unter 9 Euro in der Stunde geht da nichts.“ Von Branchenzuschlägen für Leihkräfte, wie sie die Chemie schon in ihrem Tarifvertrag verankert hat, hält er wenig. „Dann werden die Lohnschwankungen für den Mitarbeiter von Einsatz zu Einsatz noch größer.“

Flexibilität

Sollte gar die Gleichbehandlung von Stamm- und Zeitarbeitern vorgeschrieben werden, sieht Traub das Geschäftsmodell der Branche in Gefahr. Denn durch die Bürokratie, die dafür nötig würde, verliere das Instrument seinen größten Vorteil: die Flexibilität für den Kunden. Mehr Arbeit werde aber auch durch die Gleichbezahlung auf die Personaldienstleister zukommen, glaubt Traub. Vor allem in der IT-Abteilung werde er neue Mitarbeiter einstellen müssen. Die Konsequenz liege auf der Hand: „Zeitarbeit wird teurer werden.“

Quelle: Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. www.ig-zeitarbeit.de
16.01.2012

Positiver Trend

Zeitarbeitsbranche registriert steigende Übernahmequote

06.01.2012

Stuttgarter Zeitung analysierte iGZ-Mittelstandsbarometer

Auch beim Thema Fachkräftemangel erweist sich die Zeitarbeitsbranche als Frühindikator der deutschen Wirtschaft – abzulesen ist das an der stetig steigenden Übernahmequote durch die Kundenunternehmen der Branche, erkannte jetzt die Stuttgarter Zeitung nach Analyse des iGZ-Mittelstandsbarometers.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

Darin heißt es unter anderem: „Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) verzeichnet eine gestiegene Übernahmequote von 35 Prozent. Einzelne Unternehmen verlieren an Firmen sogar 90 Prozent der Facharbeiter.“ Personaldienstleister – so die Stuttgarter Zeitung - erleben als Erste Veränderungen am Arbeitsmarkt. Das Mittelstandsbarometer des iGZ zeige, dass Kunden verstärkt Zeitarbeiter übernehmen. Die Quote sei im Vergleich zu ersten Umfragewelle der vom iGZ beauftragten Soziale Innovation GmbH Dortmund/ Berlin um 2,2 auf nun 34,7 Prozent gestiegen.

84 Prozent unbefristet angestellt

Auch die Anzahl der unbefristeten Arbeitsverhältnisse bei den 2340 Mitgliedsunternehmen steige. Inzwischen seien 84 Prozent von deren 340.000 Mitarbeitern zeitlich unbegrenzt angestellt. Längst nutzen Unternehmen Zeitarbeitsfirmen als externe Personalrecruiter. Die Dienstleister tragen das Beschäftigungsrisiko in der Anlernphase, wenn die Neuen beispielsweise krank werden oder Urlaub nehmen. Stellen die Firmen nach sechs oder zwölf Monaten fest, es passt, übernehmen sie den Zeitarbeiter in ein Angestelltenverhältnis. Weil gute Fachkräfte gefragt seien, dauere es inzwischen mindestens eine Woche, um einen Facharbeiter zu finden. Selbst für ungelernte Produktionshelfer gehen, so die Stuttgarter Zeitung, drei Tage ins Land.

Wertschöpfung

Doch die Diskussion über Mindestlöhne oder gar Equal Pay – Zeitarbeiter und Angestellte erhalten den gleichen Lohn – führe zu Missstimmung. Der iGZ-Tarifvertrag garantiere mindestens 7,89 Euro pro Stunde. Lohnsprünge seien gerade bei Unqualifizierten kaum machbar, bestätigte die iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian auf Anfrage der Zeitung: „Das wird schnell zu teuer. Denn die erbrachte Wertschöpfung dieser Arbeit reicht dafür nicht aus.“ Zusätzlich zum Lohn müssen die Firmen die Dienstleistung des Vermittlers zahlen. Aus ihrer Sicht würde eine deutlich höhere Bezahlung zum Problem der wenig qualifizierten Mitarbeiter. „Für diese Klientel ist der Einstieg eine gute, vielleicht die einzige Chance, um einen unbefristeten Job zu bekommen“, so Durian.

Höherer Betreuungsaufwand

Der Betreuungsaufwand gerade in der Anfangszeit sei höher als bei qualifizierten Kräften. „Unsere Disponenten begleiten beispielsweise Produktionshelfer intensiv“, sagte die Karlsruherin. Dazu gehöre grundsätzlich ein Besuch beim Kunden, ob die Arbeitsstelle und der persönliche Umgang passen, und etliche Telefonkontakte nach dem Eintritt.

Dritte Befragungswelle

Am Montag, 9. Januar, startet die SI GmbH die dritte Befragungswelle zum iGZ-Mittelstandsbarometer. Dieses Institut wird den iGZ-Mitgliedern Anfang nächster Woche per Email einen persönlichen Link senden, der die Unternehmen direkt zum Fragebogen führt. Es ist möglich, die Befragung zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzuführen. Bis zum 3. Februar 2012 muss der Fragebogen jedoch vollständig ausgefüllt sein. Alle Ergebnisse des iGZ-Mittelstandsbarometers stehen auf der iGZ-Homepage unter iGZ-Mittelstandsbarometer. (WLI) (Stuttgarter Zeitung, 03.01.´12)

Quelle: Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. www.ig-zeitarbeit.de
14.11.2011

Wege in Beschäftigung

Zeitarbeitsbranche registriert hohe Übernahmequoten

11.11.2011

Süddeutsche Zeitung: "Abschied vom Sklaven-Image"

„Abschied vom Sklaven-Image“ titelt die Süddeutsche Zeitung am Freitag (11. November) auf Seite 1 – und vermeldet eine massive Übernahmewelle der Zeitarbeitnehmerschaft in die Kundenunternehmen.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit

Redakteur Thomas Öchsner zitiert dabei in seinem Artikel auf der Mantelseite der Süddeutschen auch die Ergebnisse des iGZ-Mittelstandsbarometers, einer regelmäßig von der „Soziale Innovation GmbH Dortmund/ Berlin“ (SI GmbH) durchgeführten Umfragewelle. Ergebnis der Befragung der rund 2300 mittelständischen iGZ-Mitgliedsunternehmen: Rund jeder dritte Zeitarbeitnehmer wechselt von seiner Zeitarbeitsfirma in das Angestelltenverhältnis beim Kundenunternehmen.

60 Prozent Übernahmequote

Sogar doppelt so hoch – rund 60 Prozent, liege – so der Autor – die Übernahmequote bei Akademikern und technischen Berufen. Und: Der Redakteur unterstreicht, dass sich die viel zitierte IAB-Studie zum Klebeeffekt – laut Studie sieben Prozent – lediglich auf ehemalige Langzeitarbeitslose bezieht. Der Sprung in die Zeitarbeitsbranche sei immerhin ein (Wieder-) Einstieg ins Berufsleben.

Stabilisierte Auftragslage

Gründe für die stattliche Quote nennt iGZ-Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz in dem Artikel: Durch die sich stabilisierende Auftragslage wird vermehrt eingestellt und die Nachfrage nach Fachkräften steigt. Ausdrücklich stellt Öchsner zudem fest, dass das schlechte Branchenimage für viele Zeitarbeitsunternehmen gar nicht gelte. Der schmale Steg sei inzwischen zu einer Brücke geworden. Öchsner: „Für die rot-grünen Arbeitsmarktreformer ist dies ein später Sieg“. (WLI) (Süddeutsche Zeitung, 11.11.´11)

Die Ergebnisse der Umfragewellen der SI GmbH stehen auf der Internetseite zum iGZ-Mittelstandsbarometer.

Quelle: Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. www.ig-zeitarbeit.de
04.10.2011

Lohndiskussion

Arbeitsforscher: zeitliche Lohnstaffelung für Zeitarbeit

28.09.2011

Joachim Möller stellt Angleichungsmodell vor

Die zeitlich gestaffelte Anhebung der Gehälter von Zeitarbeitnehmern regte jetzt Arbeitsforscher Joachim Möller im Magazin „Spiegel“ an. Damit, meint er, ließe sich ein Missbrauch durch Lohndumping in der Zeitarbeit verhindern.

Zeitarbeit in Deutschland | Unternehmen für Zeitarbeit
Arbeitsforscher Joachim Möller setzt sich für eine zeitlich gestaffelte Lohnanhebung ein.

Möller empfiehlt eine stufenweise Lohnanpassung: „Nach spätestens sechs Monaten sollte der Grundsatz der gleichen Bezahlung von Leiharbeitern und Stammkräften gelten. Bereits nach zwei und nach vier Monaten wird die Differenz zwischen dem Einstiegslohn der Zeitarbeiter und dem Lohn der Stammkräfte um jeweils ein Drittel reduziert.“ Die stufenweise Anhebung verringere die Gefahr, dass zum jeweiligen Stichtag die Zeitarbeiter einfach durch neue Zeitarbeiter ersetzt werden, um die Lohnangleichung zu vermeiden. Wenn ein Arbeitgeber auf diese Strategie setze, müsse er eine sehr große Fluktuation in Kauf nehmen und ständig neue Kräfte einarbeiten - das werde sich oft nicht für ihn rechnen. Dennoch: Die Zeitarbeit solle nicht pauschal verurteilt werden – häufig entstehe durch falsche Schlussfolgerungen leicht ein falsches Bild von der Branche.

Tätigkeitsbereich erklärt Lohngefälle

Ein Beispiel dafür sei die DGB-Studie zum Verdienst von Zeitarbeitnehmern, die laut Untersuchung im Vergleich zum Stammpersonal nur die Hälfte verdienen. Das, so Möller, stimme aber aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht:  

Der Tätigkeitsbereich eines Zeitarbeitnehmers lasse sich nicht mit dem eines Festangestellten vergleichen. Hierfür gebe es verschiedene gravierende Gründe: Die größte Gruppe der Zeitarbeitskräfte seien unter 30 Jahre alt (36 Prozent). Rund 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer seien zudem ungelernte Hilfskräfte. Viele Zeitarbeitnehmer haben laut Möller keinen geradlinigen beruflichen Werdegang und waren schon von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Jobs in der Zeitarbeitsbranche seien Anlern- und Aushilfstätigkeiten, denen von Natur aus eine geringere Bezahlung gegenüber stehe.

Auch Klebeeffekt höher als angenommen

Laut Arbeitsforscher kommen Studien über den Übernahmeeffekt auf Werte zwischen sieben und 15 Prozent. „Dabei spricht einiges für eine Größenordnung, die näher an dem unteren Wert anzusiedeln ist“, vermutet Möller - der Prozentsatz entstammt einer Untersuchung der IAB, in der jedoch lediglich der Klebeeffekt ehemaliger Langzeitarbeitsloser untersucht wurde. Prof. Ricarda Bouncken, Universität Bayreuth kam bei einer Untersuchung acht verschiedener Studien denn auch auf einen „Klebeeffekt“ von bis zu 20 Prozent. Noch eindeutiger fiel das Ergebnis zur Übernahme von Zeitarbeitnehmern ins Stammpersonal der Kundenunternehmen in einer Studie zur mittelständischen Zeitarbeit (iGZ-Mittelstandsbarometer) der „Soziale Innovation GmbH“ vom September 2011 aus: 33 Prozent der Zeitarbeitskräfte finden den Weg über Personaldienstleister in ein festes Beschäftigungsverhältnis.

Integrationseffekt der Zeitarbeit

Ein weiterer grundsätzlicher Vorteil der Zeitarbeitsbranche sei neben dem Integrationseffekt die Möglichkeit, flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren zu können ohne das Stammpersonal entlassen zu müssen. Zudem haben Unternehmen bessere Möglichkeiten, neue Stammmitarbeiter zu finden. Zeitarbeitsfirmen bieten den Vorteil, dass Personalchefs den möglichen Mitarbeiter direkt im späteren Arbeitsumfeld beobachten und so herausfinden können, ob der Zeitarbeitnehmer zum Betriebsablauf passt. Zeitarbeit ist also ein wichtiges gesellschaftliches Mittel um arbeitsmarktferne Personen wieder zu integrieren. (ML)

Quelle: Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. www.ig-zeitarbeit.de
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